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Credo
in Deutsch und Latein
Vater
unser.....
"Credo":
lateinisch für "Ich
glaube"
Das Konzil von Nizäa
(Jahr 325) formulierte die »Wesensgleichheit« von Christus und Gott im
Glaubensbekenntnis.
Glaubenssätze
01
·
Wie heißt
der erste Glaubenssatz des Apostolischen
Glaubensbekenntnisses ?
Ich glaube an
Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des
Himmels und der Erde.
·
Woher
wissen wir, dass es einen Gott gibt ?
Dass
es einen Gott gibt, wissen wir erstens aus der sichtbaren Welt,
zweitens aus der
Stimme des Gewissens und drittens aus der Offenbarung.
·
Gibt es mehr als einen
Gott ?
Nein,
es gibt nur einen Gott. In Gott sind drei Personen: der Vater und der
Sohn und
der Heilige Geist. Jede dieser drei Personen ist wahrer Gott und doch
gibt es
nur einen Gott. Dies ist ein großes Geheimnis.
·
Warum nennen wir Gott den
"Schöpfer des Himmels und der Erde" ?
Wir
nennen Gott den "Schöpfer des Himmels und
der Erde", weil er die unsichtbare und die sichtbare Welt aus dem
nichts
erschaffen hat. Gott hat alles zu seiner Ehre und unserem Wohl
erschaffen. Gott
erhält und regiert seine Schöpfung, dies nennt man
"göttliche
Vorsehung".
·
Welche Eigenschaften hat
Gott
?
Gott
ist ewig, d.h. Gott ist immer gewesen und wird immer sein. Gott
ist unveränderlich,
d.h. Gott ist immer gleich und ändert seine Pläne nicht. Gott
ist allgegenwärtig,
d.h. Gott ist überall, im Himmel und auf der Erde. Gott ist allwissend,
d.h. Gott weiß alles, auch was wir denken und wollen. Gott ist allmächtig,
d.h. Gott kann alles machen, was er will. Gott ist allweise,
d.h. Gott
versteht alles so zu fügen und zu lenken, wie es am besten ist.
Gott ist heilig,
d.h. Gott liebt das Gute und hasst das Böse. Gott ist gerecht,
d.h. Gott
belohnt die Guten und bestraft die Bösen, wie es jeder verdient.
Gott ist wahrhaft,
d.h. Gott spricht nur die Wahrheit, er kann nicht irren und nicht
lügen. Gott
ist treu, d.h.: Gott hält, was er verspricht und
führt aus, was er
androht. Gott ist gütig, d.h. Gott ist voll Liebe zu uns
und schenkt uns
unzählige Wohltaten. Gott ist barmherzig, d.h. Gott hat
Erbarmen mit
unserer Not und verzeiht dem Sünder, wenn er sich bekehrt.
·
Warum lässt Gott die
Leiden
zu ?
Gott
lässt die Leiden zu, um uns erstens zu strafen und zu bessern und
zweitens um
uns zu prüfen und im Himmel reicher zu belohnen.
·
Warum lässt Gott die
Sünde
zu ?
Gott
lässt die Sünde zu, weil er dem Menschen erstens den freien
Willen lässt,
auch wenn er ihn missbraucht und zweitens weil er auch Böses zum
Guten lenken
kann.
·
Was sind
die Engel ?
Die
Engel sind reine Geister mit großem Verstand
und großer Kraft. Am Anfang waren alle Engel gut und
glücklich und hatten die
heiligmachende Gnade. Doch viele haben, mit Luzifer an der Spitze,
gesündigt
und sind dafür in die Hölle gestürzt worden. Die guten
Engel beschützen uns
an Leib und Seele, sie mahnen uns zum Guten und beten für uns bei
Gott. Der
Schutzengel erwartet von uns, dass wir an ihn denken, zu ihm beten und
ihm
folgen. Die bösen Geister hingegen versuchen uns an Leib und Seele
zu schaden
und uns in die Hölle zu bringen. Wir können uns gegen sie
schützen durch
Wachsamkeit und Gebet.
·
Was sind die Menschen ?
Gott schuf aus der Erde
den Leib
und hauchte dem Menschen eine unsterbliche Seele ein. Der Mensch ist
Gott ähnlich
durch seine geistige Seele und durch die göttliche Gnade. Vor dem
Sündenfall
war der Mensch heilig und Erbe des Himmels, vollkommen an Körper
und Geist, glücklich
im Paradies ohne Leiden und Tod sowie ohne Neigung zum Bösen. Doch
die ersten
Menschen sind nicht so geblieben, wie Gott sie erschaffen hat. Sie
haben gesündigt
und sind von Gott dafür bestraft worden. Nach dem Sündenfall
waren sie nicht
mehr heilig, sie waren an Körper und Geist geschwächt, sie
mussten das
Paradies verlassen, viel leiden und einst sterben und ihr Herz war zum
Bösen
geneigt. Die Sünde Adams hat allen Menschen geschadet, weil die
Schuld mit
ihren bösen Folgen auf alle Menschen übergegangen ist. Diese
Sünde heißt
Erbsünde, weil wir sie nicht selbst begangen, sondern von Adam
geerbt haben.
Allein Maria ist vor der Erbsünde bewahrt worden, weil sie die
Mutter Gottes
ist. Durch den Sündenfall ging jedoch nicht alle Hoffnung auf den
Himmel
verloren. Gott versprach und sandte den Erlöser Jesus Christus.
02
·
Wie
heißt der zweite Satz des Apostolischen Glaubensbekenntnisses ?
Und an Jesus
Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn
·
Was ist der
Kern des zweiten
Glaubenssatzes ?
Im
zweiten
Glaubenssatz bekennen wir, dass Jesus Christus wahrer Gott ist. Der
Glaube an
die Gottheit Jesu Christi steht im Mittelpunkt der ganzen christlichen
Religion.
Christus ist nicht bloß der größte Gelehrte, der
größte Menschenfreund und
der größte Heilige; er ist unendlich mehr: Er ist Gottes
wesensgleicher Sohn,
Gott von Gott, Licht vom Licht, wahrer Gott vom wahren Gott.
·
Wer ist Jesus Christus ?
Jesus
Christus ist
der wahre Sohn Gottes, unser Erlöser und Heiland. Der Name "Jesus"
bedeutet: "Gott rettet". Gott selbst ließ durch den Engel dem
heiligen Josef sagen: "Du sollst ihm den Namen Jesus geben, denn er
wird
sein Volk von seinen Sünden erlösen." (Mt 1,21) Der Name
"Christus" bedeutet: "Gesalbter". Gesalbt wurden im Alten
Bund Propheten, Priester und Könige. Jesus ist der
größte Prophet, der göttliche
Hohepriester und der König der Könige.
·
Wer sagt uns, dass Jesus
Christus
wahrer Gott ist ?
Dass
Jesus
Christus wahrer Gott ist, sagen uns die Propheten und Apostel, der
himmlische
Vater und Jesus selbst. Der Prophet Jesaja sagt: "Gott selbst wird
kommen
und euch erretten." (Jes 35,4). Der Apostel Petrus bekennt: "Du bist
der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes !" (Mt 16,16).
Gott
Vater rief
bei der Taufe Jesu im Jordan vom Himmel: "Das ist mein geliebter Sohn,
an
dem ich Gefallen gefunden habe" (Mt 3,17). Jesus bezeugte seine
Gottheit
durch seine Worte und seine Wundertaten. Als der Hohepriester zu Jesus
sagte:
"Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, sag uns: Bist du der
Messias,
der Sohn Gottes?" antwortete Jesus: "Du hast es gesagt." (Mt 26,
63-64).
·
Wie hat Jesus bewiesen,
dass er
wahrer Gott ist ?
Dass
Jesus wahrer
Gott ist, hat er bewiesen erstens durch seine Wunder, zweitens durch
seine
Weissagungen und drittens durch sein heiliges Leben.
·
Inwiefern zeigen die
Wunder, dass Jesus wahrer Gott
ist ?
Jesus
hat sehr
viele Wunder gewirkt, und zwar aus eigener Kraft. So zeigte er sich als
Herr über
die Natur (Brotvermehrung, wunderbarer Fischfang, Sturmstillung), als
Herr über
Krankheiten (Heilung von Blinden, Lahmen und Aussätzigen), als
Herr über den
Tod (Auferweckung des Jünglings von Nain, der Tochter des Jairus
und des
Lazarus) und als Herr über die bösen Geister (Heilung eines
Besessenen von
Gerasa).
·
Inwiefern zeigen die
Weissagungen, dass Jesus wahrer Gott ist ?
Jesus
waren die
dunkelsten Geheimnisse bekannt. Aus eigenem Wissen sagte er z.B. die
Verleugnung
des Petrus voraus, den Verrat des Judas, sein Leiden und seine
Auferstehung, die
Zerstörung von Jerusalem. Er kannte die Herzensgeheimnisse der
Menschen und
alle ihre Gedanken.
·
Inwiefern zeigt sein
heiliges Leben, dass Jesus
wahrer Gott ist ?
Er
konnte seinen
Feinden sagen: "Wer von euch kann mir eine Sünde nachweisen ?"
(Joh
8,46) Wir finden nichts in seinem Leben, was nicht heilig und
göttlich ist.
·
Welches ist der
größte Beweis für die Gottheit
Jesu ?
Der
größte
Beweis für die Gottheit Jesu ist seine glorreiche Auferstehung von
den Toten.
Diese ist durch zuverlässige Zeugen einwandfrei bewiesen. Die
Apostel waren
Augen- und Ohrenzeugen. Sie besiegelten ihr Zeugnis mit ihrem Blut.
03
·
Wie heißt
der dritte Satz des Apostolischen Glaubensbekenntnisses ?
Empfangen durch
den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria
·
Was
ist der Kern des dritten Glaubenssatzes ?
Im
dritten Glaubenssatz bekennen wir, dass unser Erlöser wahrer
Mensch ist. Der
Sohn Gottes ist Mensch geworden. Er hat zu seiner Gottheit noch eine
zweite
Natur angenommen, die Menschheit. Nur so konnte er leidend und sterbend
die Welt
erlösen.
·
Wozu
ist der Sohn Gottes Mensch geworden ?
Der
Sohn Gottes ist Mensch geworden, um uns zu erlösen.
·
Was
heißt das: Der Sohn Gottes ist Mensch geworden ?
Der
Sohn Gottes ist Mensch geworden heißt: Er hat wie wir Menschen
einen Leib und
eine Seele angenommen.
·
Wer
ist also Jesus Christus ?
Jesus
Christus ist also der Gott-Mensch, wahrer Gott und wahrer Mensch.
Wahrer Gott
ist er von Ewigkeit her, wahrer Mensch seit der Menschwerdung. Jesus
Christus
hat also zwei Naturen: die göttliche, weil er Gott ist, die
menschliche, weil
er Mensch ist.
·
Wer
ist die Mutter Jesu ?
Die
Mutter Jesu ist die reinste Jungfrau Maria. Sie wird Mutter Gottes
genannt, weil
ihr Sohn wahrer Gott ist.
·
Warum
ist Maria auch unsere Mutter ?
Maria
ist auch unsere Mutter, weil wir als Kinder Gottes Brüder und
Schwestern
Christi sind und weil Jesus selbst sie uns zur Mutter gab. Er sprach am
Kreuz zu
Maria: "Frau, siehe, dein Sohn !" Und zu Johannes sprach er:
"Siehe, deiner Mutter !"
·
Wer
ist der heilige Josef ?
Der
heilige Josef ist der Nähr- und Pflegevater Jesu. Er ist also
nicht der
eigentliche Vater Jesu. Das ist der himmlische Vater. Als der
zwölfjährige
Jesus von Maria und Josef im Tempel wieder gefunden wurde, sagte er zu
ihnen:
"Wußtet ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meinem Vater
gehört
?"
·
Woher
wissen wir, dass Jesus unser Erlöser ist ?
Dass
Jesus unser Erlöser ist, wissen wir erstens, weil Gott es durch
den Engel dem
heiligen Josef verkündet hat; zweitens, weil Christus es selbst
gesagt hat;
drittens, weil sich nur an ihm die Weissagungen und Vorbilder über
die Erlösung
erfüllt haben. Zum heiligen Josef sprach der Engel: "Du sollst ihm
den
Namen Jesus geben, denn er wird sein Volk von seinen Sünden
erlösen." (Mt
1,21). Von sich selbst sagte Christus: "Der Menschensohn ist gekommen,
um
zu suchen und zu retten, was verloren ist." (Lk 19,10). Die Propheten
haben
die Geburt des Erlösers, seine Wunder, sein Leiden und Sterben und
seine
Auferstehung geweissagt (vgl. Jes 7,14; Mich 5,2; Gen 49,10; Jes
35,5f.; Jes
11,10)
·
Kann die
geschichtliche Existenz Jesu Christi sicher
bezeugt werden ?
Die
geschichtliche Existenz Jesu
Christi wird nicht bloß durch christliche, sondern auch durch
nichtchristliche
Schriftsteller, bei denen der Verdacht der Fälschung von
vornherein
ausgeschlossen ist, sicher bezeugt. So berichtet z.B. Tacitus (53-120)
von
"Christus, der unter Pontius Pilatus hingerichtet wurde." Auch Sueton
erwähnt um 120, dass es unter den Juden wegen Christus zu heftigen
Auseinandersetzungen kam. Plinius der Jüngere schreibt um 112,
dass die
Christen "an einem festgesetzten Tag vor Tagesanbruch zusammenkommen
und
Christus wie einem Gott ein Loblied singen." Aber nicht nur heidnische,
sondern auch jüdische Schriftsteller wie Flavius Josephus belegen
eindeutig die
geschichtliche Existenz Jesu Christi.
04
·
Wie heißt
der vierte Satz des Apostolischen Glaubensbekenntnisses ?
Gelitten
unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben
·
Was ist der Kern des
vierten
Glaubenssatzes?
Der
vierte
Glaubenssatz erklärt uns, wie der Heiland uns erlöst hat. Er
hat uns erlöst
durch sein bitteres Leiden und seinen Kreuzestod. Krippe und Kreuz,
Bethlehem
und Golgotha sind die ergreifenden Denkmäler der Gottesliebe.
·
Was geschah durch den Tod
Jesu am
Kreuz?
Durch
den Tod am Kreuz hat Jesus erstens die Welt erlöst, zweitens dem
himmlischen
Vater ein vollkommenes Opfer dargebracht und drittens die Kirche des
Neuen
Bundes gestiftet.
·
Wovon hat uns Jesus
erlöst?
Jesus
hat uns erlöst
von Sünde und Strafe.
·
Was heißt: Jesus
hat uns erlöst von Sünde ?
Jesus
Christus hat
für unsere Sünde die unendliche Schuld bezahlt, die uns
nachgelassen werden
kann durch die Sakramente und durch die Reue.
·
Was heißt: Jesus
hat uns erlöst
von Strafe ?
Keiner
kommt in
die Hölle, der Christus treu bleibt (vgl. Röm 8,1).
·
Was hat uns Jesus am
Kreuz verdient ?
Jesus
hat uns am
Kreuz überreiche Gnaden verdient, durch die wir auf Erden heilig
und im Himmel
selig werden können. Alle Menschen sind erlöst. Für alle
Menschen ist Jesus
gestorben. Der Himmel, der seit Adams Sünde verschlossen war, ist
durch das
Kreuz wieder geöffnet worden. Jeder kann in den Himmel kommen,
wenn er tut, was
der Heiland befohlen hat. "Jetzt, da ihr aus der Macht der Sünde
befreit
und zu Sklaven Gottes geworden seid, habt ihr einen Gewinn, der zu
eurer
Heiligung führt und das ewige Leben bringt." (Röm 6,22)
·
Was zeigt uns das
durchbohrte
Herz Jesu ?
Das
durchbohrte
Herz Jesu zeigt uns, dass der Heiland wirklich tot war und aus Liebe zu
uns
alles gab. In der Präfation vom Hochfest des Heiligsten Herzen
Jesu heißt es:
"Aus seiner geöffneten Seite strömen Blut und Wasser, aus
seinem
durchbohrten Herzen entspringen die Sakramente der Kirche. Das Herz des
Erlösers
steht offen für alle, damit sie freudig schöpfen aus den
Quellen des
Heiles"
·
Woran erinnert uns jeder
Freitag ?
Jeder
Freitag
erinnert uns an den bitteren Kreuzestod Jesu und ruft uns auf zu einem
Opfer.
Der Verzicht auf Fleisch- und Wurstspeisen ist zwar nicht zwingend (es
kann auch
ein anderes Opfer sein), aber entsprechend der Tradition der Kirche
sehr
sinnvoll und empfehlenswert.
·
Woran erinnert uns der
Herz-Jesu-Freitag ?
Der
Herz-Jesu-Freitag erinnert uns an die unergründliche Liebe Jesu zu
uns Menschen
und ruft uns auf, diese Liebe zu erwidern, indem wir das Doppelgebot
der Liebe
befolgen, d.h. Gott und den Nächsten mit allen Kräften zu
lieben versuchen.
·
Wie können wir das
Leiden Jesu
andächtig betrachten ?
Wir
können das
Leiden Jesu andächtig betrachten, indem wir sein heiliges Kreuz in
unseren
Wohnungen aufhängen und verehren, den schmerzhaften Rosenkranz,
den Kreuzweg,
die Herz-Jesu-Andacht oder die heiligen Fünf Wunden beten.
·
Wie können wir das
Leiden Jesu
in unserem Leben verwirklichen ?
Wir
können das
Leiden Jesu in unserem Leben verwirklichen, indem wir unsere Leiden mit
seinen
Leiden verbinden, d.h. sie in der Nachfolge Christi als unser Kreuz
annehmen,
tragen und aus Liebe zu ihm aufopfern.
05
·
Wie heißt
der fünfte Satz des Apostolischen Glaubensbekenntnisses?
Hinabgestiegen
in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten
·
Was
ist der Kern des fünften Glaubenssatzes?
Jesus
Christus hat die Seelen der Gerechten aus der Vorhölle befreit und
ist an
Ostern glorreich aus dem Grabe auferstanden, wie er es vorausgesagt
hat. Er ist
der Sieger über Tod und Sünde, und das Kreuz wurde zum
Zeichen des Sieges für
alle Erlösten.
·
Wohin
ist nach dem Tode Jesu seine Seele gegangen?
Nach
dem Tode Jesu ist seine Seele in die Vorhölle ("Reich des Todes")
gegangen zu den Seelen der Gerechten. Die Vorhölle ist nicht etwa
der Ort der
Verdammten und auch nicht das Fegefeuer. Sie ist jener Ort, wo die
Seelen der
verstorbenen Gerechten des Alten Bundes auf die Erlösung warteten.
Sie konnten
nicht zur Anschauung Gottes gelangen, bis der Himmel geöffnet war.
·
Was
hat Jesus am dritten Tage getan?
Am
dritten Tage ist Jesus glorreich von den Toten auferstanden. Der Leib
wurde mit
der Seele wieder vereinigt. So wurde er wieder lebendig. Jesus stand
aus dem
verschlossene Grabe auf. Ein Engel wälzte nachher den Stein weg
zum Zeichen:
Das Grab ist leer, der Herr ist auferstanden.
·
Was
heißt "glorreich"?
Glorreich
heißt "verklärt". Der Leib des Auferstandenen war strahlend
wie die
Sonne, fein und alles durchdringend, schnell wie der Gedanke,
unfähig zu leiden
und zu sterben. An diesem Leib behielt Jesus seine Wundmale bei. Sie
sollen
zeigen: Es ist der gleiche Leib, der am Kreuze hing und im Grabe lag.
·
Wer
bezeugt uns, dass Jesus von den Toten auferstanden ist?
Dass
Jesus von den Toten auferstanden ist, bezeugen uns erstens seine
Apostel und die
Jünger und zweitens seine Feinde. Augen- und Ohrenzeugen gelten
immer als die
besten Zeugen. Solche waren die Apostel. Sie haben den Auferstandenen
oft
gesehen, gehört, ihn berührt, mit ihm gegessen. Die Apostel
und viele Jünger
sind auch Blutzeugen. Sie verkündeten überall die
Auferstehung Christi und
gaben dafür ihr Leben hin.
·
Was
zeigt uns Jesus Christus durch seine Auferstehung?
Jesus
Christus zeigt uns durch seine Auferstehung erstens, dass er wahrhaft
Gott ist
und zweitens dass auch wir einst von den Toten auferstehen. Jesus ist
aus
eigener Kraft auferstanden, wie er aus eigener Kraft Tote erweckt hat.
Jesus ist
das Haupt, wir sind die Glieder. Ist das Haupt auferstanden, so werden
auch die
Glieder auferstehen. "Wenn aber verkündigt wird, dass Christus von
den
Toten auferweckt worden ist, wie können dann einige von euch
sagen: Eine
Auferstehung der Toten gibt es nicht ?" (1 Kor 15,12)
·
Wie
lange blieb Jesus nach der Auferstehung noch auf Erden?
Nach
der Auferstehung blieb Jesus noch vierzig Tage auf Erden. In dieser
Zeit ist er
oft den Aposteln und Jüngern erschienen. Der heilige Paulus
berichtet, dass er
einmal mehr als 500 Menschen erschienen ist. Er belehrte sie über
die Kirche,
setzte das Sakrament der Buße ein, machte Petrus zum obersten
Hirten und gab
ihnen Verständnis für die Heilige Schrift.
·
Wann
feiern wir die Auferstehung Jesu Christi?
Wir
feiern die Auferstehung Jesu Christi am Ostersonntag, das Osterfest ist
das größte
aller Feste. Jeder Sonntag ist ein kleines Osterfest. Der Sonntag, der
Auferstehungstag des Herrn, ist der erste Tag der Woche, also nicht
Wochenende,
sondern Wochenanfang. Jesus Christus hat seinen Aposteln aufgetragen,
jeden
Sonntag zusammenzukommen, um die Eucharistie zu feiern. Die Kirche hat
dies von
Anfang an getan und wird es auch selbstverständlich bis zum Tag
der Wiederkunft
des Herrn weiterhin tun.
06
- Wie
heißt der sechste Satz des Apostolischen Glaubensbekenntnisses ?
aufgefahren in
den Himmel,
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
- Was
ist der Kern des sechsten Glaubenssatzes ?
Im
sechsten Glaubenssatz bekennen wir unseren Glauben an die wunderbare
Himmelfahrt
und die ewige Verherrlichung unseres Heilandes zur Rechten des Vaters.
Herrlichkeit und Ehre hat ihm der Vater bereitet, Recht und
Gerechtigkeit haben
gesiegt. Mit großer Sehnsucht hat Jesus in der Nacht vor seinem
Tod um diese
Verherrlichung gefleht: "Vater, verherrliche du mich jetzt bei dir mit
der
Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, bevor die Welt war." (Joh 17,5)
- Was
hat Jesus vierzig Tage nach seiner Auferstehung getan ?
Vierzig
Tage nach seiner Auferstehung ist Jesus aus eigener Kraft mit Leib und
Seele in
den Himmel aufgefahren. "Und während er sie segnete, verließ
er sie und
wurde zum Himmel emporgehoben" (Lk 24,51).
- Wer
ist mit Jesus in den Himmel eingegangen ?
Mit
Jesus sind auch die Gerechten aus der Vorhölle in den Himmel
eingegangen. Ein
gewaltiger Chor von befreiten Seelen zog mit dem Auferstandenen in den
Himmel
ein. Was für ein Jubel erfüllte sie, als sie Gottes
Herrlichkeit schauen
durften und den Sieger über Sünde und Tod zum himmlischen
Thron begleiteten.
Jesus ist in den Himmel aufgefahren vom Ölberg aus, wo sein Leiden
angefangen
hat.
- Wozu
ist Jesus in den Himmel aufgefahren ?
Jesus
ist in den Himmel aufgefahren erstens um auch
als Mensch verherrlicht zu werden, zweitens um uns eine Wohnung zu
bereiten und
drittens um im Himmel unser Fürsprecher und Richter zu sein.
- Was
heißt "um auch als Mensch verherrlicht zu werden" ?
Wenn
wir beten "er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters", dann heißt das: Jesus nimmt auch
als Mensch
teil an der göttlichen Macht und Herrlichkeit. Bis jetzt hatte er
diese
Verherrlichung als Mensch noch nicht. Er war erniedrigt durch
Mühsal und
Leiden, Anfeindung und Verhöhnung.
- Was
heißt "um uns eine Wohnung zu bereiten" ?
In
seiner Abschiedsrede tröstete Jesus die betrübten
Apostel mit den Worten: "Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen.
Wenn es nicht so wäre, hätte ich euch dann gesagt: Ich gehe,
um einen Platz für
euch vorzubereiten ?" (Joh 14,2) Die himmlischen Wohnungen sind
unvorstellbar schöner als die schönsten Wohnungen, die wir
uns auf dieser Erde
einrichten können. "Wir verkündigen, wie es in der Schrift
heißt, was
kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat, was keinem Menschen in
den Sinn
gekommen ist: das Große, das Gott denen bereitet hat, die ihn
lieben." (1
Kor 2,9)
- Was
heißt "um im Himmel unser Fürsprecher und Richter zu sein" ?
Im
ersten Johannesbrief heißt es: "Meine
Kinder, ich schreibe euch dies, damit ihr nicht sündigt. Wenn aber
einer sündigt,
haben wir einen Beistand beim Vater: Jesus Christus, den Gerechten. (1
Joh 2,1)
Weil Jesus die Menschen von den Sünden erlöst hat, wird er
auch über ihre Sünden
richten. "Der Vater richtet niemand, sondern er hat das Gericht ganz
dem
Sohn übertragen." (Joh 5,22) "Das Gericht ist erbarmungslos gegen
den, der kein Erbarmen gezeigt hat. Barmherzigkeit aber triumphiert
über das
Gericht." (Jak 2,13)
- Inwiefern
mahnt uns die Himmelfahrt Jesu Christi ?
Die
Himmelfahrt Jesu Christi mahnt uns, unsere
Herzen zum Himmel zu erheben. Der Himmel ist unser eigentliches
Lebensziel, wir
dürfen ihn nicht verlieren. Kein Mühe, kein Kampf, kein Opfer
sei deshalb zu
schwer. Jesus hat uns durch das Kreuz erlöst und deshalb
dürfen wir das Kreuz
nicht scheuen, es will uns nämlich zum ewigen Heil führen.
"Ihr seid mit
Christus auferweckt; darum strebt nach dem, was im Himmel ist, wo
Christus zur
Rechten Gottes sitzt." (Kol 3,1)
07
·
Wie heißt
der siebente Satz des Apostolischen Glaubensbekenntnisses ?
Von
dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.
·
Worin besteht der Kern
dieser Glaubenswahrheit ?
Jesus
Christus wird am Ende der
Zeiten wieder kommen als Weltenrichter. "Denn wir alle müssen vor
dem
Richterstuhl Christi offenbar werden, damit jeder seinen Lohn
empfängt für das
Gute oder Böse, das er im irdischen Leben getan hat." (2 Kor 5,10)
·
Wann wird Jesus wieder
sichtbar auf die Erde kommen ?
Jesus
wird am Ende der Welt wieder
sichtbar auf die Erde kommen. Als die Apostel am Tage der Himmelfahrt
ihren
geliebten Heiland und Meister zum Himmel auffahren sahen, wurden sie
von zwei
Engeln getröstet mit dem Versprechen: "Dieser Jesus, der von euch
ging und
in den Himmel aufge-nommen wurde, wird ebenso wiederkommen, wie ihr ihn
habt zum
Himmel hingehen sehen. (Apg 1,11)
·
Wozu wird Jesus
wiederkommen ?
Jesus
wird wiederkommen, um die
Menschen zu richten, die Lebenden und die Toten, die Guten und die
Bösen.
·
Wie wird Jesus
wiederkommen ?
Jesus
wird wiederkommen mit großer
Macht und Herrlichkeit. Er wird kommen auf den Wolken des Himmels, mit
strahlenden Wundmalen, umgeben von seinen Engeln, als
majestätischer König.
·
Wie heißt dieses
Gericht ?
Dieses
Gericht heißt das Jüngste
Gericht, das allgemeine Gericht oder das Weltgericht. Jüngstes
Gericht heißt
es, weil es am jüngsten, d.h. am letzten Tag stattfinden wird.
Weil an diesem
Tag der Richter in heiligem Zorn die Bösen verurteilt, heißt
er "Tag des
Zornes, dies irae". Allgemeines und Welt-Gericht wird es genannt, weil
alle
Menschen zusammen gerichtet werden, die ganze Welt.
·
Wann wird das Ende der
Welt sein ?
Wann
das Ende der Welt sein wird,
wissen wir nicht. "Jenen Tag und jene Stunde kennt niemand, auch nicht
die
Engel im Himmel, nicht einmal der Sohn, sondern nur der Vater. ... Seid
also
wachsam! Denn ihr wisst nicht, an welchem Tag euer Herr kommt." (Mt
24,36.42)
·
Warum wird das allgemeine
Gericht gehalten ?
Das
allgemeine Gericht wird
gehalten, damit Jesus vor aller Welt verherrlicht wird und damit vor
aller Welt
die Guten ihren Lohn und die Bösen ihre Strafe erhalten. An diesem
Tag werden
alle Menschen, auch die Gottlosen und Christusfeinde, dem Sohne Gottes
huldigen
und ihn anerkennen. Alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde
werden dann
ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu und jeder Mund wird bekennen:
"Jesus
Christus ist der Herr" - zur Ehre Gottes, des Vaters." (Phil 2,10-11)
Die Gerechten stehen dann den Ungerechten gegenüber, die sie
verfolgt und
verspottet haben. "Dann wird
der Gerechte voll Zuversicht dastehen vor denen, die ihn bedrängt
und seine Mühen
verachtet haben. Wenn sie ihn sehen, packt sie entsetzliche Furcht, und
sie
geraten außer sich über seine unerwartete Rettung. Jetzt
denken sie anders;
seufzend und voll Angst sagen sie zueinander: Dieser war es, den wir
einst
verlachten, verspotteten und verhöhnten, wir Toren. Sein Leben
hielten wir für
Wahnsinn und sein Ende für ehrlos. Jetzt zählt er zu den
Söhnen Gottes, bei
den Heiligen hat er sein Erbteil. Also sind wir vom Weg der Wahrheit
abgeirrt;
das Licht der Gerechtigkeit strahlte uns nicht, und die Sonne ging
nicht für
uns auf. Bis zum Überdruss gingen wir die Pfade des Unrechts und
des Verderbens
und wanderten durch weglose Wüsten, aber den Weg des Herrn
erkannten wir nicht.
Was nützte uns der Übermut, was brachten uns Reichtum und
Prahlerei?" (Weish
5,1-9)
·
Was wird der Richter zu
den Guten und zu den Bösen sagen
?
Zu
den Guten wird der Richter
sagen: "Kommt her, die ihr von meinem Vater gesegnet seid, nehmt das
Reich
in Besitz, das seit der Erschaffung der Welt für euch bestimmt
ist." (Mt
25, 34) Zu den Bösen aber wird der Richter sagen: "Weg von mir,
ihr
Verfluchten, in das ewige Feuer, das für den Teufel und seine
Engel bestimmt
ist !" (Mt 25, 41)
·
Was wird nach dem
Weltgericht geschehen ?
Nach dem Weltgericht werden
die Bösen mit Leib und Seele in die Hölle geworfen, die Guten
aber mit Leib
und Seele in den Himmel aufgenommen.
08
·
Wie
heißt der achte Satz des
Apostolischen Glaubensbekenntnisses?
Ich
glaube an den Heiligen Geist,
·
Worin besteht der Kern
dieser Glaubenswahrheit ?
Im
achten Glaubenssatz bekennen wir unseren
Glauben an die
dritte Person in Gott, an Gott den
Heiligen Geist. Gott hat uns zur Heiligung berufen durch die Gnade,
Christus hat
uns die Gnade verdient, der Heilige Geist teilt sie uns aus. Er reinigt
und
heiligt uns. Wir nennen ihn darum auch Heiligmacher und Gnadenspender.
·
Wer ist der Heilige Geist
?
Der
Heilige Geist ist die dritte
Person in Gott, also wahrer Gott wie der Vater und der Sohn.
Dargestellt wird
der Heilige Geist gewöhnlich in der Gestalt einer Taube, weil er
so bei der
Taufe Jesu erschien.
·
Wann ist der Heilige
Geist der Kirche gesandt worden ?
Der
Heilige Geist ist der Kirche am
Pfingstfest gesandt worden. Am Pfingstfest, fünfzig Tage nach
Ostern, trat die
Kirche zum erstenmal sichtbar an die Öffentlichkeit. Der Heilige
Geist kam im
Sturmwind: Er ist gewaltig. Er kam in Gestalt von Zungen: Er macht die
Apostel
zu Predigern und Verkündern des Gottesreiches. Er kam wie ein
loderndes Feuer:
Er erleuchtet und entzündet die Herzen mit der Glut der Liebe.
·
Was hat der Heilige Geist
in den Aposteln gewirkt ?
Der
Heilige Geist hat die Apostel
erleuchtet, gestärkt und ihnen besondere Gnaden gegeben. Die
ungelehrten
Fischer konnten jetzt predigen, die Heilige Schrift richtig
erklären und Gottes
Wort niederschreiben. Die Apostel bekamen die Sprachen- und Wundergabe.
Die
einst ängstlichen Apostel wurden mit Mut erfüllt. Sie traten
vor das
feindselige, widersprechende Volk, verkündeten ihm unerschrocken
die Wahrheit
und ertrugen deshalb Geißeln, Kerker und den Martertod.
·
Wie wirkt der Heilige
Geist in der Kirche ?
Der Heilige Geist lehrt
die Kirche alle Wahrheit bis ans
Ende der Welt. Jesus hat der jungen Kirche versprochen: "Wenn aber
jener
kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in die ganze Wahrheit
führen."
(Joh 16,13). Deshalb ist die Kirche unfehlbar in der Verkündigung
des Glaubens
und der Gebote. Auf den Heiligen Geist kann sich jedoch nicht jedes
Glied der
Kirche gleichermaßen berufen. Denn in erster Linie ist der
Heilige Geist dem
Apostelkollegium und an erster Stelle dem Petrus anvertraut. "Die
Heilige Überlieferung aber gibt das Wort Gottes, das von Christus
dem Herrn und
vom Heiligen Geist den Aposteln anvertraut wurde, unversehrt an deren
Nachfolger
weiter, damit sie es unter der erleuchtenden Führung des Geistes
der Wahrheit
in ihrer Verkündigung treu bewahren, erklären und
ausbreiten." (Zweites
Vatikanisches Konzil, DV 10) Weiter versprach Jesus: "Und ich werde den
Vater bitten, und er wird euch einen anderen Beistand geben, der
für immer bei
euch bleiben soll. Es ist der Geist der Wahrheit, den die Welt nicht
empfangen
kann, weil sie ihn nicht sieht und nicht kennt. Ihr aber kennt ihn,
weil er bei
euch bleibt und in euch sein wird." (Joh 14,16-17) Deshalb ist der
Heilige
Geist Beistand und Tröster der Kirche, und er verlässt sie
nie.
·
Wie
wirkt der Heilige Geist in uns ?
Der
Heilige Geist heiligt uns und hilft uns durch die Gnade. Uns ist
erstmals der
Heilige Geist gesandt worden in der heiligen Taufe, später in
besonderer Weise
in der heiligen Firmung. Er wohnt in uns durch die heiligmachende
Gnade.
"Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in
euch
wohnt ?" (1 Kor 3, 16)
·
Was
vertreibt den Heiligen Geist aus der Seele ?
Die
Todsünde vertreibt den Heiligen Geist aus der Seele. Sie Seele des
Todsünders
ist wie ein aufgebrochener Tabernakel, aus dem das Allerheiligste
geraubt ist.
Paulus warnt uns: "Löscht den Geist nicht aus!" (1 Thess 5,19) und
"Beleidigt nicht den Heiligen Geist Gottes, dessen Siegel ihr tragt
für
den Tag der Erlösung." (Eph 4,30) Wenn wir auf den Heiligen Geist
nicht hören
oder ihn zunehmend verlieren, ist unsere Seele in größter
Gefahr, seine Gnade
zu verlieren und zur Wohnung des bösen Geistes zu werden. Beichten
wir deshalb
regelmäßig und bitten den Heiligen Geist, in unserer Seele
zu wohnen.
09
- Wie
heißt der neunte Satz des Apostolischen Glaubensbekenntnisses ?
Ich glaube an die
die heilige katholische Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Worin besteht der Kern
dieser Glaubenswahrheit ?
Zum einen ist die katholische
Kirche unsere Mutter und Erzieherin. Zum anderen ist sie die
Gemeinschaft der
Heiligen. In ihr finden wir Christus: Seine Lehre, seine Gnaden, seine
Gewalten,
sein Opfer und sein Fleisch und Blut. In der Kirche lebt Christus unter
uns
weiter. Die Glieder der Kirche gehören als große Familie
zusammen: die
pilgernde Kirche auf Erden, die leidende Kirche im Fegefeuer und die
triumphierende Kirche im Himmel.
- Wie hat Jesus Christus die Kirche gegründet ?
Jesus Christus hat die Apostel
berufen und eine große Schar von Jüngern um sich gesammelt.
Die Kirche ist "das von der Einheit des Vaters und des
Sohnes
und des Heiligen Geistes her geeinte Volk" (Zweites Vatikanisches
Konzil,
LG 4). Sie ist das sichtbare Reich Christi auf Erden mit Papst,
Bischöfen,
Priestern und Laien.
- Wozu hat Christus die Kirche gegründet ?
Christus hat die Kirche gegründet,
damit sie alle Menschen lehre, heilige und in den Himmel führe.
- Welche Ämter hat also Christus der Kirche
übertragen ?
Christus hat der Kirche das
Lehramt, das Priesteramt und das Hirtenamt übertragen.
- Mit welchen Worten hat Christus diese Ämter
übertragen ?
Christus sagte zu den Aposteln:
"Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch." (Joh 20,21)
- Wen hat Christus zum Fundament und Oberhaupt seiner
Kirche gemacht ?
Christus hat den heiligen Petrus
zum Fundament und Oberhaupt der Kirche gemacht, zu ihrem obersten
Gesetzgeber
und Hirten.
- Wer ist der Nachfolger des heiligen Petrus ?
Der Nachfolger des heiligen Petrus
ist der Bischof von Rom, der Papst.
Der Papst ist also das Fundament
und Oberhaupt der Kirche, ihr oberster Gesetzgeber und Hirte.
- Auf wen haben die Apostel ihr Amt übertragen ?
Die Apostel haben ihr Amt auf die
Bischöfe übertragen. Sie sind also die Nachfolger der Apostel.
- Welches sind die besonderen Gewalten der Bischöfe
?
Die Bischöfe leiten ihre Bistümer
und können alle sieben Sakramente spenden. Ihre Helfer sind die
Priester.
Christus leitet die Kirche durch
den Heiligen Geist und er sagte: "Seid gewiss: Ich bin bei euch alle
Tage
bis zum Ende der Welt." (Mt 28,20)
- Wie wirkt der Heilige Geist in der Kirche ?
Der Heilige Geist macht die Kirche
unfehlbar, d.h. sie kann in Sachen des Glaubens und der Sitten nichts
Falsches
lehren.
- Durch wen gibt die Kirche ihre unfehlbaren Lehren ?
Die Kirche gibt ihre unfehlbaren
Lehren entweder durch den Papst und die Bischöfe gemeinsam auf
einem Konzil
oder durch den Papst allein.
- Wann ist der Papst unfehlbar ?
Der Papst ist unfehlbar, wenn er
als oberster Hirte und Lehrer in Sachen des Glaubens und der Sitten
etwas lehrt,
das alle Gläubigen halten müssen.
- Warum ist der Papst unfehlbar ?
Der Papst ist unfehlbar, weil
Christus ihn zum Fundament und zum obersten Lehrer seiner Kirche
gemacht hat.
- Welche Kennzeichen
gehören zur wahren Kirche Christi ?
Die
wahre Kirche Christi erkennt man an vier Kennzeichen: Sie muss einig
und heilig,
katholisch und apostolisch sein. Diese vier Kennzeichen hat nur die
römisch-katholische
Kirche.
"Einheit" bedeutet: Die
Kirche hat überall die gleiche Lehre, die gleichen Sakramente und
das gleiche
Oberhaupt.
- Was bedeutet "Heiligkeit" ?
"Heiligkeit" bedeutet:
Die Kirche hat eine heilige Lehre, denn diese beinhaltet die von Gott
geoffen-barten Wahrheiten. Sie hat alle Mittel, um die Menschen zu
heiligen und
sie hat viele Heilige.
- Was bedeutet "Katholizität" ?
"Katholizität" bedeutet:
Die Kirche ist allumfassend, denn sie ist für alle Zeiten und
für alle Völker
bestimmt.
- Was bedeutet "Apostolizität" ?
"Apostolizität"
bedeutet: Die Lehre der Kirche ist die Lehre der Apostel und ihre
Vorsteher sind
die Nachfolger der Apostel.
- Welches ist die wahre, von Christus gestiftete Kirche ?
Die einzig wahre von Christus
gestiftete Kirche ist allein die römisch-katholische Kirche, die
vom Papst und
den ihm gehorsamen Bischöfen geleitet wird (vgl. Zweites
Vatikanisches Konzil,
LG 8). In der katholischen Kirche ist die Fülle der Wahrheit und
der
Heilsmittel zu finden. (vgl. Zweites Vatikanisches Konzil, UR 3).
- Wer gehört zur katholischen Kirche ?
Zur katholischen Kirche gehört,
wer durch Taufe, Firmung und Eucharistie voll in sie eingegliedert ist
und sich
nicht durch einen formellen Akt von ihr getrennt hat.
- Was heißt: Die katholische Kirche ist
alleinseligmachend ?
"Die katholische Kirche ist
alleinseligmachend" heißt: Sie allein ist von Christus gestiftet,
um alle
Menschen zum Heil zu führen, weshalb sie mit der Fülle der
Heilsmittel
ausgestattet ist.
- Ist es gleichgültig, welcher Kirche man
angehört ?
Wenn Christus nur eine Kirche
gestiftet und sie mit der Fülle der Heilsmittel ausgestattet hat,
kann es
niemals gleichgültig sein, welcher Kirche man angehört!
- Gibt es überhaupt andere Kirchen ?
Es gibt nicht mehrere Kirchen, denn Christus
ist
der Bräutigam und er hat nur eine Braut, nicht aber mehrere. Aber
das hält
Menschen leider nicht davon ab, sich anzumaßen, ihren von der
katholischen
Kirche abgetrennten Gemeinschaften den Namen "Kirchen" zu geben. Dies
ist bedauerlich und sollte durch eine bewusste Sprachregelung vermieden
werden.
Man sollte besser von der "östlichen Christenheit" oder "den
protestantischen Gemeinschaften" sprechen. Diese Gemeinschaften
beinhalten
mehr oder weniger Elemente der Wahrheit, wobei die Ostchristen
wesentlich mehr
Elemente der Wahrheit haben als die Protestanten. "Orthodox"
heißt wörtlich
"rechtgläubig". Hier kann man erkennen, dass dieser Begriff
problematisch ist. Denn wie kann man rechtgläubig sein, wenn man
den Papst
nicht als den obersten sichtbaren Hirten und Lehrer der Kirche
anerkennt ?
"Evangelisch" heißt "dem Evangelium gemäß". Auch
dieser
Ausdruck ist problematisch, denn vieles, was im Evangelium steht, wird
von der
sogenannten "evangelischen" Christenheit nicht für wahr gehalten
bzw.
eigenmächtig ausgelegt. Das Zweite Vatikanische Konzil lehrt aber
eindeutig: "Es
zeigt sich also, dass die Heilige Überlieferung,
die Heilige Schrift und das Lehramt der Kirche gemäß dem
weisen Ratschluss
Gottes so miteinander verknüpft und einander zugesellt sind, dass
keines ohne
die anderen besteht." (DV 10)
- Wer gehört zur Gemeinschaft der Heiligen
?
Zur Gemeinschaft der Heiligen gehören
die Glieder
der Kirche auf Erden, im Fegefeuer und im Himmel. Man sagt
"Gemeinschaft
der Heiligen", weil alle in dieser Gemeinschaft die heiligmachende
Gnade
haben sollen und mit Christus verbunden sind. Den Armen Seelen im
Fegefeuer können
wir durch das heilige Messopfer, durch Gebet, Ablässe und gute
Werke helfen.
Die Heiligen im Himmel helfen uns und den Armen Seelen durch ihre
Fürbitte bei
Gott.
10
·
Wie heißt der zehnte Satz des
Apostolischen Glaubensbekenntnisses ?
Ich glaube an die
Vergebung der Sünden,
·
Worin besteht der Kern dieser
Glaubenswahrheit ?
Im zehnten Glaubenssatz
bekennen
wir, dass Gott seiner Kirche die Gewalt verliehen hat, Sünden
nachzulassen. In
seiner unermesslichen Barmherzigkeit streckt Gott dem reumütigen
Sünder seine
Hand entgegen, verzeiht ihm und richtet ihn auf. "Ich habe kein
Gefallen am
Tod des Schuldigen, sondern daran, dass er auf seinem Weg umkehrt und
am Leben
bleibt." (Ez 33,11)
·
Was heißt "Vergebung der Sünden" ?
"Vergebung der
Sünden"
heißt: In der katholischen Kirche können uns im Namen Gottes
alle Sünden und
Sündenstrafen nachgelassen werden. Der Prophet Jesaja versprach
dem Volk Gottes
Verzeihung und Erbarmen: "Wären eure Sünden auch rot wie
Scharlach, sie
sollen weiß werden wie Schnee. Wären sie rot wie Purpur, sie
sollen weiß
werden wie Wolle." (Jes 1,18) Dieses trostreiche Versprechen ist im
Neuen
Bund volle Wahrheit geworden in der Kirche Jesu Christi.
·
Warum können in der katholischen Kirche
alle Sünden
u. Sündenstrafen nachgelassen werden ?
In der katholischen
Kirche können
alle Sünden und Sündenstrafen nachgelassen werden, weil Jesus
Christus ihr die
Vollmacht gegeben hat. Die Apostel bekamen die Gewalt zu binden und zu
lösen.
Jesus Christus sprach: "Amen, ich sage euch: Alles, was ihr auf Erden
binden werdet, das wird auch im Himmel gebunden sein, und alles, was
ihr auf
Erden lösen werdet, das wird auch im Himmel gelöst sein." (Mt
18,18) Am
Osterabend gab er ihnen ausdrücklich die Gewalt der
Sündenvergebung mit den
Worten: "Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem
ihr die
Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert." (Joh 20,23)
·
Wodurch werden die Sünden nachgelassen ?
Die Sünden werden
nachgelassen
besonders durch die Sakramente der Taufe und der Buße. Auch bei
der
Krankensalbung werden Sünden nachgelassen, besonders, wenn der
Kranke nicht
mehr beichten kann. Er muss aber seine Sünden bereuen.
·
Was
ist die Reue ?
Die Reue ist jenes
Missfallen
an den begangenen Sünden und jene Abscheu vor ihnen, die bewirken,
dass wir uns
vornehmen, nicht mehr zu sündigen. Es gibt zwei Arten von Reue:
die vollkommene
Reue oder Liebesreue und die unvollkommene oder Furchtreue.
·
Welcher
Zusammenhang besteht zwischen der vollkommenen Reue und dem
Bußsakrament ?
Die vollkommene Reue
verleiht
dem Todsünder die Rechtfertigungsgnade schon vor dem aktuellen
Empfang des Bußsakramentes.
Die vollkommene Reue bewirkt die außersakramentale Rechtfertigung
jedoch nur,
wenn sie mit dem Verlangen nach dem Sakrament verbunden ist.
·
Genügt
die unvollkommene Reue zur Sündenvergebung im Bußsakrament ?
Die aus
dem Furchtmotiv hervorgehende Reue ist ein sittlich guter und
übernatürlicher
Akt. Die unvollkommene Reue genügt zur Sündenvergebung im
Bußsakrament.
·
Kann
das Bußsakrament abgeschafft werden ?
Das Bußsakrament
ist ein von Jesus Christus eingesetztes Sakrament und kann von
niemandem
abgeschafft werden. Das sakramentale Sündenbekenntnis ist kraft
göttlichen
Rechtes angeordnet und bei schweren Sünden zum Heile notwendig,
bei leichten Sünden
nützlich.
·
Welche
Sünden unterliegen kraft göttlicher Anordnung in jedem Fall
der Beichtpflicht
?
Der
Beichtpflicht unterliegen alle schweren Sünden nach Art, Zahl und
Umständen.
·
Werden mit der Sündenschuld auch alle
Sündenstrafen
nachgelassen ?
Mit der
Sündenschuld und der
ewigen Sündenstrafe werden von Gott nicht immer alle zeitlichen
Sündenstrafen
nachgelassen. Der Priester hat das Recht und die Pflicht, je nach
Beschaffenheit
der Sünden und der Fähigkeit des Pönitenten, heilsame
und entsprechenden
Genugtuungswerke aufzuerlegen. Auch freiwillige Bußübungen
und das geduldige
Ertragen göttlicher Heimsuchungen besitzen genugtuenden Wert.
·
Welches ist die Hauptwirkung des
Bußsakramentes ?
Die priesterliche
Absolution in
Verbindung mit den Akten des Pönitenten bewirkt die
Sündenvergebung und versöhnt
somit den Sünder wieder mit Gott. Die durch schwere Sünde
ertöteten, d.h.
unwirksam gemachten, guten Werke leben wieder auf.
11
·
Wie heißt der elfte Satz des
Apostolischen Glaubensbekenntnisses ?
Ich
glaube an die
Auferstehung der
Toten
·
Worin besteht der Kern dieser
Glaubenswahrheit ?
Im elften Glaubenssatz
bekennen wir
unseren Glauben an die Auferstehung des Leibes nach dem Tod.
·
Warum müssen wir sterben ?
Wir müssen sterben
wegen der Sünde,
denn durch die Sünde ist der Tod in die Welt gekommen (vgl.
Röm 5,12). "Gott hat den Tod nicht
gemacht und hat keine Freude am
Untergang der Lebenden" (Weish 1,13). Nach dem Plane Gottes sollten die
Stammeltern nicht sterben. Sie haben aber gesündigt und so ist der
Tod der Lohn
der Sünde geworden.
·
Was geschieht beim Tod des Menschen ?
Beim Tod des Menschen
trennt sich
die Seele vom Leib. "Der Staub fällt auf die Erde zurück als
das, was er
war, und der Atem kehrt zu Gott zurück, der ihn gegeben hat." (Koh
12,7)
·
Was wissen wir vom Tod ?
Wir wissen vom Tod,
dass er sicher
kommt, aber nicht wann, wo und wie. "Seid also wachsam! Denn ihr
wißt
weder den Tag noch die Stunde." (Mt 25,13)
·
Welche Bestattung schreibt die katholische
Kirche
vor ?
Die katholische Kirche
schreibt ein
christliches Begräbnis vor. Dabei segnet der Priester den Leichnam
und das
Grab. Unser Glaube sagt uns: Der Leib ist wie ein Samenkorn, das in die
Erde
gesenkt wird und zu neuem Leben ersteht. Die Leichenverbrennung ist
eine
heidnische Sitte, die Feinde der Kirche versuchen sie wieder
einzuführen, weil
sie nicht an die Auferstehung des Leibes glauben. Wir wollen begraben
werden wie
Christus, unser Vorbild, begraben wurde.
·
Was lehrt Christus von den Toten ?
Christus lehrt: Die
Toten werden
auferstehen, die einen zur Seligkeit, die anderen zur ewigen
Verdammnis.
"Wundert euch nicht darüber! Die Stunde kommt, in der alle, die in
den Gräbern
sind, seine Stimme hören und herauskommen werden: Die das Gute
getan haben,
werden zum Leben auferstehen, die das Böse getan haben, zum
Gericht. Von mir
selbst aus kann ich nichts tun; ich richte, wie ich es vom Vater
höre, und mein
Gericht ist gerecht, weil es mir nicht um meinen Willen geht, sondern
um den
Willen dessen, der mich gesandt hat." (Joh 5,28-30)
·
Warum wird der Leib vom Tod auferweckt ?
Der Leib wird vom Tod
auferweckt,
damit auch er beseligt oder verdammt werde, weil er der Seele zum Guten
oder zum
Bösen geholfen hat.
·
Wie werden die Leiber der Auferstandenen sein
?
Die
Leiber der Bösen werden hässlich sein, die Leiber der Guten
aber herrlich, ähnlich
dem verklärten Leib Christi. "Wir erwarten Jesus Christus, den
Herrn, als
Retter, der unseren armseligen Leib verwandeln wird in die Gestalt
seines
verherrlichten Leibes, in der Kraft, mit der er sich alles unterwerfen
kann." (Phil 3,20-21) "So
ist es auch mit der Auferstehung der Toten. Was gesät wird, ist
verweslich, was
auferweckt wird, unverweslich. Was gesät wird, ist armselig, was
auferweckt
wird, herrlich. Was gesät wird, ist schwach, was auferweckt wird,
ist stark.
Gesät wird ein irdischer Leib, auferweckt ein überirdischer
Leib. Wenn es
einen irdischen Leib gibt, gibt es auch einen überirdischen. (1
Kor 15,42-44)
Die Kirche weiht die Friedhöfe und ehrt die Überreste der
Heilige aus Erfurcht
vor dem Leib; denn dieser soll zum ewigen Leben auferweckt werden.
·
Werden die Toten mit demselben Leib
auferstehen, den sie auf Erden
getragen haben ?
Die
Toten werden mit demselben Leib auferstehen, den sie auf Erden getragen
haben.
Der Leib wird aber umgestaltet, verklärt und so geartet sein, dass
er unvergänglich
ist und dem Bild entspricht, wie Gott der Schöpfer sich den
jeweiligen Menschen
gedacht hat.
12
·
Wie heißt der zwölfte Satz des
Apostolischen Glaubensbekenntnisses ?
Ich glaube an das
ewige Leben.
·
Worin besteht der Kern dieser
Glaubenswahrheit ?
Freudig bekennen wir im
letzten
Glaubenssatz: Es gibt ein ewiges Leben. Mit dem Tod ist nicht alles
aus. Der Tod
hat nicht das letzte Wort. Wir werden nicht bloß auferstehen,
sondern wir
werden ewig leben. Großer Trost, unermessliche Hoffnung und
siegreiche Kraft
liegen in diesem Glauben.
- Wohin kommt die Seele nach dem Tod ?
Nach dem Tod kommt die Seele
sogleich vor Gottes Gericht. "Es ist dem Menschen bestimmt, ein
einziges
Mal zu sterben, worauf dann das Gericht folgt." (Hebr 9,27)
- Wie heißt dieses Gericht ?
Dieses Gericht heißt das besondere
Gericht, weil jeder Mensch besonders gerichtet wird. Das besondere
Gericht ist
zu unterscheiden vom allgemeinen oder Weltgericht am Jüngsten Tag.
Dann werden
alle Menschen miteinander gerichtet (vgl. 7. Glaubenssatz).
- Über was werden wir gerichtet ?
Wir müssen Rechenschaft ablegen über
alles was wir im Leben gedacht, gesagt und getan bzw. was wir in
Gedanken,
Worten und Werken unterlassen haben.
- Wohin kommt die Seele
nach dem besonderen Gericht ?
Nach
dem besonderen Gericht entscheidet Gott, ob die Seele in den Himmel, in
das
Fegefeuer oder in die Hölle kommt. Im besonderen Gericht wird das
ewige
Schicksal der Seele offenbar. Gott "wird jedem vergelten, wie es seine
Taten verdienen." (Röm 2,6)
- Welche Seelen kommen in das Fegefeuer ?
In das Fegefeuer kommen die Seelen
jener, die in der Gnade Gottes sterben, aber noch nicht frei sind von
allen lässlichen
Sünden und zeitlichen Sündenstrafen. "Aber nichts Unreines
wird
hineinkommen, keiner, der Greuel verübt und lügt. Nur die,
die im Lebensbuch
des Lammes eingetragen sind, werden eingelassen." (Offb 21,27) "Amen,
das sage ich dir: Du kommst von dort nicht heraus, bis du den letzten
Pfennig
bezahlt hast." (Mt 5,26)
- Was leiden die Seelen im Fegefeuer ?
Die Seelen im Fegefeuer sehnen sich
nach der Herrlichkeit Gottes und leiden große Schmerzen. Dass sie
Gott nicht
schauen dürfen, das ist die eigentliche Strafe der Seelen im
Fegefeuer. Der
heilige Augustinus sagt, dass die Leiden des Fegefeuers schwerer sind
als alle
Leiden in diesem Leben. Die Strafe ist gerecht, und ihre
Größe richtet sich
nach der Zahl und Schwere der Sünden, die noch nicht
abgebüßt sind.
- Woher wissen wir, dass es ein Fegefeuer gibt ?
Dass es eine Fegefeuer gibt, wissen
wir aus dem beständigen Glauben der Kirche und der Heiligen
Schrift. "Hätte
er nicht erwartet, dass die Gefallenen auferstehen werden, wäre es
nämlich überflüssig
und sinnlos gewesen, für die Toten zu beten. Auch hielt er sich
den herrlichen
Lohn vor Augen, der für die hinterlegt ist, die in
Frömmigkeit sterben. Ein
heiliger und frommer Gedanke! Darum ließ er die Toten
entsühnen, damit sie von
der Sünde befreit werden." (2 Makk 12,44-45)
In die Hölle kommen alle, die in
einer Todsünde sterben. Die Verdammten in der Hölle sind
für immer von der
Herrlichkeit Gottes ausgeschlossen und leiden entsetzliche Qualen im
ewigen
Feuer (vgl. Mt 25,41; Lk 16,26).
- Wer kommt in den Himmel ?
In den Himmel kommen alle, die in
der heiligmachenden Gnade sterben und frei sind von allen Sünden
und Sündenstrafen.
Die Seligen im Himmel schauen Gottes Herrlichkeit, sind frei von allen
Übeln
und genießen ewige Freude (vgl. 1 Kor 2,9; 1 Kor 13,12; Offb
21,4).
Credo
des Volkes Gottes
Das
apostolische Glaubensbekenntnis
Ich
glaube an Gott, den Vater,
den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.
Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen
Geist,
die heilige katholische Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.
Credo Lateinisch
Credo
in deum patrem omnipotentem,
creatorem coeli et terrae;
Et in
Iesum Christum,
filium eius unicum,
dominum nostrum,
qui conceptus est de Spiritu sancto,
natus ex Maria virgine,
passus sub Pontio Pilato,
crucifixus, mortuus et sepultus,
descendit ad inferna,
tertia die resurrexit a mortuis,
ascendit ad coelos,
sedet ad dexteram dei patris omnipotentis,
inde venturus est iudicare vivos et mortuos;
Credo
in Spiritum sanctum,
sanctam ecclesiam catholicam,
sanctorum communionem,
remissionem peccatorum,
carnis resurrectionem,
et vitam aeternam.
Amen.
Vater
unser.....
Vater
unser im Himmel ...
„Bedenke,
dass du einen Vater im Himmel hast, der allmächtig ist und
für dich sorgt. Er,
der alles ist, sorgt für dich, denn du bist Sein Kind. Ruf den
Vater und sprich
mit dem Ewigen. Gott, unser Vater, liebt dich, du bist Sein
Geschöpf. Die ganze
Schöpfung liegt in Seiner Hand."
geheiligt
werde dein Name ...
„Lobe,
preise, heilige den Namen unseres Vaters im Himmel. Seine Augen werden
auf dir
ruhen, und der Heilige Geist wird dich stärken und leiten. Gott
hat dich auf
Sich hin geschaffen, damit du in Ihm die Erfüllung findest.
Spricht das Kind in
Liebe und Ehrfurcht mit seinem Vater, umso mehr wird es von Seiner
Liebe
beschenkt."
dein
Reich komme ...
„Sehne dich
nach dem Reich des himmlischen Vaters. Miss dem Vergänglichen den
Platz der
Notwendigkeit zu. Dem Reich des Vaters jedoch öffne ganz dein Herz
und achte
das ewige Königreich."
dein
Wille geschehe ...
„Nicht mein
Wille, Vater, Dein Wille geschehe! Vater, in Deine Hände lege ich
mich hinein.
In ihnen bin ich geborgen, wenn ich mich Dir ganz schenke. Was Du
willst, ist
die Liebe allein, und nur wenn ich mich Dir hingebe und ganz lasse,
kannst Du
Deinen Willen an mir vollziehen. So kann ich Dir dienen. Mein Wille ist
schwach,
und ich bin elend. Bin ich denn ohne Dich nicht ganz und gar in der
Sünde
gefangen? Deshalb sage ich froh: Nicht mein, Dein Wille geschehe!"
wie im
Himmel so auf Erden...
„Himmel und
Erde? Sind es denn nicht zwei verschiedene Welten, das Ewige und das
Vergängliche?
Bedenke: Gott, unser Vater, regiert im Himmel wie auf der Erde. Alles
ist aus
Ihm hervorgegangen, alles ist in Ihm, alles wird zu Ihm
zurückkehren. Suche Ihn
mit deinem Herzen. In deinem Herzen werden sich Himmel und Erde
berühren."
unser
tägliches
Brot gib uns heute ...
„Der Vater
sorgt für Seine Kinder. Bete und arbeite, dabei vergiss deinen
Nächsten
nicht!"
und
vergib’ uns unsere Schuld ...
„Gott,
unser Vater, ist barmherzig, wenn wir Ihn voll Reue um Vergebung
bitten. Die
Vergebung ist unsere Befreiung, unser Heil. Suche oft danach, und du
wirst das
Gericht nicht auf dich ziehen."
wie
auch wir vergeben unseren Schuldigern ...
„Wie der
Vater dir Barmherzigkeit erweist, so versage sie auch deinem
Nächsten nicht.
Binde ihn nicht durch die Schuld an dich. Vergib, befreie dich und ihn.
Durch
die gelebte Liebe legst du dich und deinen Schuldner in die Hand
Gottes."
und
führe
uns nicht in Versuchung ...
„Gott, die
Liebe, versucht nicht. Gott, unser Vater, lässt Prüfungen zu.
In dieser
Zulassung sollst du reifen und erkennen, wie groß Er ist und wie
gering du
bist. Diese Läuterungen dienen dir zum Heil. Nimm sie geduldig an!"
sondern
erlöse uns von dem Bösen ...
„Meide das
Böse, und lass dich nicht auf die Finsternis ein. Hast du
Böses getan, so
suche die Vergebung in Gott. So wirst du erlöst von dem
Bösen."
denn
dein ist das Reich ...
„Es gibt
nur ein königliches ewiges Reich, das des himmlischen Vaters."
und die
Kraft ...
„Was vermag
ich aus Gottes Kraft zu tun? Alles. Der Vater, der Sohn und der Heilige
Geist
sind meine Stärke."
und die
Herrlichkeit ...
„Gott, wer
kann Deine Herrlichkeit ermessen, wer von uns kann sie ertragen? Es
gibt
niemanden, der sie gerecht in Wort und Bild fassen könnte."
in
Ewigkeit. Amen.
„Ewig bist
du allein, mein Herr und Gott!"
Vater
unser Lateinisch
PATER NOSTER qui es in
coelis; sanctificetur nomen tuum, adveniat regnum tuum,
fiat voluntas tua: sicut in coelo et et terra. - Panem
nostrum quotidianum da nobis hodie. Et dimitte nobis
debita nostra; sicut et nos dimittimus debitoribus
nostris. Et ne nos inducas in tentationem, sed libera
nos a malo. Amen. |